In einigen Nachbarländern ist Sprit günstiger als in Deutschland. Was du beim Tanken im Ausland beachten solltest und wie viel Kraftstoff du steuerfrei mitbringen darfst.
Wer in der Nähe einer Grenze wohnt oder in den Urlaub fährt, kennt die Frage: Lohnt es sich, im Nachbarland zu tanken? Oft ja, aber nicht immer. Die Preise in Europa unterscheiden sich vor allem wegen der Steuern deutlich, und das Bild ändert sich von Zeit zu Zeit.
Warum Sprit in Europa unterschiedlich viel kostet
Der Einkaufspreis für Benzin und Diesel ist in Europa ähnlich, weil Kraftstoff international gehandelt wird. Die großen Unterschiede entstehen durch die Steuern. Jedes Land legt selbst fest, wie hoch es Kraftstoff besteuert, und manche Länder besteuern Diesel und Benzin sehr unterschiedlich. Dazu kommen der Wettbewerb vor Ort und die Kosten für Transport und Betrieb.
Deshalb kann Tanken in einem Nachbarland spürbar günstiger sein als in Deutschland, während es im nächsten Land teurer ist.
Welche Nachbarländer oft günstiger sind
Häufig günstiger als in Deutschland ist Tanken in Luxemburg, Österreich, Polen und Tschechien. In Dänemark und den Niederlanden zahlst du dagegen oft mehr. Auch in der Schweiz, Frankreich und Belgien lohnt ein Vergleich vor der Fahrt. Diese Einschätzung ist eine Faustregel und kein Versprechen: Steuern und Preise ändern sich, und der Unterschied kann je nach Sorte ganz anders ausfallen. Vergleiche deshalb die aktuellen Preise, bevor du extra über die Grenze fährst.
Wie viel Sprit du mitbringen darfst
Innerhalb der EU darfst du Kraftstoff im Tank deines Fahrzeugs steuerfrei nach Deutschland einführen. Zusätzlich sind bis zu 20 Liter in einem Reservekanister erlaubt. Wer mehr mitbringt, etwa in mehreren Kanistern, muss den Kraftstoff in Deutschland versteuern.
Für den Transport im Kanister gelten außerdem Sicherheitsregeln: Der Kanister muss für Kraftstoff zugelassen und dicht sein und sollte sicher verstaut werden. Einige Länder haben eigene Vorschriften für das Mitführen oder die Ausfuhr von Kraftstoff, und auf Fähren gelten oft besondere Regeln. Informiere dich deshalb vor der Fahrt über die Bestimmungen in dem Land, in dem du tankst, und bei deiner Fährgesellschaft.
Lohnt sich die Fahrt über die Grenze?
Rechne nach, bevor du nur zum Tanken ins Ausland fährst. Ein Beispiel ohne konkrete Preise: Wenn du 50 Liter tankst und pro Liter einen bestimmten Betrag sparst, musst du davon den Sprit für den Umweg abziehen, dazu deine Zeit. Liegt die Grenze ohnehin auf deinem Weg, ist die Rechnung einfach. Fährst du extra 30 Kilometer hin und zurück, bleibt von einem kleinen Preisvorteil oft wenig übrig.
Tipps für die Urlaubsfahrt
- Vor der Grenze vergleichen: Je nach Richtung lohnt es sich, kurz vor der Grenze in Deutschland vollzutanken oder erst im Nachbarland.
- Autobahn meiden: Auch im Ausland sind Autobahntankstellen meist teurer als Tankstellen in Orten abseits der Autobahn.
- Sorte prüfen: Die Bezeichnungen für Benzin und Diesel unterscheiden sich von Land zu Land. Achte auf die Kennzeichnung an der Zapfsäule, die in der EU einheitlich ist: E5 und E10 für Benzin, B7 für Diesel.
- Bezahlung klären: Nicht jede Tankstelle im Ausland nimmt jede Karte an, an Automaten erst recht nicht.
Preise in Deutschland im Blick
Für Deutschland zeigen dir die Landkreis-Seiten die aktuellen Preise und die günstigsten Tankstellen in jedem Landkreis, auch in den Grenzregionen. So siehst du schnell, ob sich das Tanken vor der Grenze lohnt. Die App meldet sich, sobald der Preis in deiner Nähe unter deinen Wunschpreis fällt.