Woher Spritpreis-Apps ihre Daten haben: Was die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt macht, was Tankstellen melden müssen und was das für dich bringt.
Wenn eine Website oder App dir die aktuellen Spritpreise in deiner Umgebung zeigt, stammen die Daten fast immer aus derselben Quelle: der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, kurz MTS-K. Sie ist der Grund, warum du heute in Sekunden siehst, welche Tankstelle gerade am günstigsten ist.
Was die MTS-K ist
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe ist beim Bundeskartellamt angesiedelt und arbeitet seit 2013. Der Gesetzgeber hat sie eingerichtet, um den Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt zu stärken. Der Gedanke dahinter: Wenn Autofahrer die Preise jederzeit vergleichen können, lohnt es sich für Tankstellen weniger, hohe Preise zu verlangen.
Die MTS-K legt selbst keine Preise fest und greift auch nicht in die Preisbildung ein. Sie sammelt die Daten und stellt sie bereit.
Was Tankstellen melden müssen
Betreiber öffentlicher Tankstellen müssen jede Preisänderung bei den Sorten Super E5, Super E10 und Diesel an die MTS-K melden, und zwar innerhalb von fünf Minuten. Dazu kommen die Stammdaten der Tankstelle wie Name, Marke, Adresse und Öffnungszeiten.
Andere Kraftstoffe wie Super Plus, Autogas oder Erdgas gehören nicht zur Meldepflicht. Deshalb findest du deren Preise in den meisten Vergleichsdiensten nicht oder nur vereinzelt.
Wie die Daten zu dir kommen
Die MTS-K gibt die Preise an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weiter. Das sind Anbieter von Websites, Apps und Navigationsgeräten, die eine Zulassung beim Bundeskartellamt haben. Einige dieser Dienste stellen die Daten ihrerseits anderen Projekten zur Verfügung, zum Beispiel Tankerkönig unter einer freien Lizenz.
Tanken im Landkreis bezieht die Preise über solche Dienste. Unter den Preisen auf jeder Seite steht, woher sie stammen. Mehr dazu, wie wir die Daten abrufen und auswerten, erfährst du unter Daten und Methode.
Wie aktuell die Preise sind
Weil Tankstellen innerhalb von fünf Minuten melden müssen, sind die Daten bei der MTS-K sehr aktuell. Bis ein Preis in einer App erscheint, vergeht trotzdem etwas Zeit: Jeder Dienst ruft die Daten in eigenen Abständen ab. Deshalb steht auf unseren Seiten bei jeder Tankstelle, wann der Preis zuletzt bestätigt wurde. Maßgeblich ist immer der Preis an der Zapfsäule. Weicht er ab, gilt der Preis vor Ort.
Was die Markttransparenz gebracht hat
Die Meldepflicht hat den Tankstellenmarkt sichtbar gemacht. Seitdem lässt sich genau nachvollziehen, wie oft und zu welchen Zeiten sich Preise ändern. Das Bundeskartellamt nutzt die Daten auch selbst, um den Markt zu beobachten und darüber zu berichten.
Für dich als Autofahrer ist der wichtigste Effekt ganz praktisch: Du musst nicht mehr auf gut Glück tanken. Ein Blick auf die Preise vor der Fahrt reicht, um die günstige Tankstelle auf deinem Weg zu finden.
Was du daraus machen kannst
Die Preise allein sind nur der Anfang. Spannend wird es, wenn man sie über die Zeit betrachtet: Wann ist es in deiner Gegend am günstigsten, und wie haben sich die Preise in den letzten Tagen entwickelt? Genau das zeigen die Landkreis-Seiten. Und die App meldet sich, sobald der Preis in deiner Nähe unter deinen Wunschpreis fällt.